Rechtsanwälte: Trend zur Spezialisierung

Die deutschen Rechtsanwälte spezialisieren sich immer mehr. Durch die Fixierung auf ein Gebiet lassen sich deutlich höhere Honorare ermöglichen.

Eine Studie des Soltan-Instituts, die nach Informationen der “Welt” auf dem 60. deutschen Anwaltstag in Braunschweig vorgestellt wurde, hat ergeben, dass Rechtsanwälte durchschnittlich 182 Euro pro Stunde abrechnen. Spezialisten verlangen jedoch generell deutlich mehr Lohn von ihrem Klientel. Dabei gibt es allerdings auch ein Ost-West-Gefälle und einen Geschlechterunterschied: Anwälte im Osten Deutschlands sowie Anwältinnen fordern in der Regel weniger Bezahlung. Bei letzteren liege dies aber hauptsächlich an den Fachgebieten: Frauen seien mehr in Rechtsgebieten wie Familien- und Sozialrecht aktiv, in denen generell geringere Honorare gezahlt werden.

Veränderung und Differenzierung

Von den mehr als 150.000 zugelassenen Rechtsanwälten hierzulande sind bereits rund 32.000 auf ein oder mehrere Fachbereiche spezialisiert. Vor sieben Jahren seien es noch 7500 gewesen. Damit reagierten die Anwälte auf die wachsende Nachfrage der Mandanten nach Spezialisten. Für die Anwälte bedeute dies darüber hinaus, dass auch kleinere Kanzleien mit den Honoraren der Großkanzleien und Rechtsfabriken immer mehr mithalten können. Trotzdem habe sich “die Anwaltschaft in den letzten Jahren sehr ausdifferenziert”, zitiert die “Welt” den neue Anwaltspräsident Wolfgang Ewer. Dieser wolle sich nun dafür einsetzen, die Klassengesellschaft der Anwälte wieder zu mehr Einheit zu verhelfen. In jedem Fall werde “der Trend zur Spezialisierung die Anwaltschaft verändern”, so Anwaltsforscher Christoph Hommerich.

Keine Kommentare bisher • RSS-Feed für KommentareTrackBack URI

Hinterlase deinen Kommentar!



Einen Kommentar hinterlassen