Der Notar

Grundsätzlich handelt es sich bei einem Notar um einen Juristen und in manchen Bundesländern können Rechtsanwälte eine Zulassung als Notar im Nebenberuf erwerben, so genannte Anwaltsnotare. Das Berufsrecht der Notare ist in der Bundesrepublik einheitlich durch die Bundesnotarordnung festgelegt. Die Aufsicht der Landesjustizverwaltung kontrolliert ob die Notare sich an ihre Verschwiegenheitspflicht halten unparteiisch und unabhängig sind.
Ausschließlich Volljuristen mit der Befähigung zum Deutschen Richteramt können zum Notar berufen werden. Der Zugang zum Notarberuf ist nicht frei und je nachdem wie viele Notare benötigt werden, werden Notare berufen. Um die Möglichkeit zu haben den Beruf als Notar aufzunehmen muss man sich bewerben und bei der Erstbewerbung darf man nicht älter als 60 Jahre sein.
Notare werden, bei hauptberuflicher Ausübung auf Lebenszeit bestellt und treten mit Vollendung des 70. Lebensjahres in den Ruhestand.

In den meisten anderen europäischen Staaten ist das Bild des Notars als unabhängiger und unparteiischer Berater, der ein öffentliches Amt ausführt genauso wie in Deutschland. Man bezeichnet es als lateinisches Notariat, dessen Ursprünge im römischen Recht liegen, was auch der Grund für die große Verbreitung des lateinischen Notariats auf dem europäischen Kontinent ist.
In Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika beschränkt sich das Aufgabenfeld des Notars auf das Beglaubigen von Unterschriften und Urkunden, beratend tätig in rechtlichen Angelegenheiten werden sie jedoch nicht. Allerdings kann er nach dem angelsächsischen Recht, das in den USA und Großbritannien herrscht, Eide abnehmen und bei eidesstattlichen Versicherungen nimmt der „Notary“ eine richterliche Funktion ein, führt Zeugenvernehmungen durch und kann Zwangsmittel anordnen. Der Notar lateinischer Prägung, der in den ehemals französisch geprägten Teilen der USA und Kanadas vorkommt wird als „Civil Law Notary“ bezeichnet.
Das Amt des Notars und seine Aufgabenbereiche sind komplexer als sie scheinen und oftmals wird die Arbeit eines Notars und ihr Nutzen für die Gesellschaft unterschätzt.

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