Wie wichtig ist der Anwalt?

Eigentlich sollte man ja meinen, dass das Recht nicht zu beugen ist. Doch immer wieder hört man, dass es auf den Anwalt ankommt, wenn es darum geht einen Prozess zu gewinnen oder zu verlieren. Wie viel ist da dran?

Schuldig oder unschuldig?

Jura ist ein langes und lernintensives Studium. Denn man muss als zukünftiger Anwalt möglichst alle Paragraphen kennen oder zumindest schon mal von ihnen gehört haben. Wenn es dann zur Sache geht vor Gericht, kann es schon auch entscheidend sein, dass man sich zur richtigen Zeit an den richtigen Paragraphen erinnert. Denn oft heißt es im Recht auch, dass ein Antrag oder eine Revision Fristen unterliegt und das einmal rechtskräftig ein Urteil nicht mehr abgeändert werden kann, selbst wenn dem Anwalt noch was eingefallen ist, was den Ausgang des Prozesses vielleicht verändert hätte. Damit so etwas nicht passiert ist ein kundiger Anwalt wichtig.

Keine amerikanischen Verhältnisse

Ein Schuldiger kann durch seinen Anwalt nicht unschuldig werden aber umgekehrt kann die Unschuld eines Angeklagten auch verkannt werden, wenn der Anwalt nicht auf die Lücken in der Beweisführung oder Ungerechtigkeiten im Verfahren aufmerksam macht. Auch der bekannteste Gerichtsfall zur Zeit, die Verhandlung gegen den wohlbekannten Wettermoderator, setzt gerade auf den Wechsel des Anwalts. Angeklagte erhoffen sich von einem wortgewaltigen und kundigen Anwalt, dass der jede noch so kleine Unstimmigkeit finden kann, damit die Klage scheitert oder dass er zumindest das mildeste mögliche Urteil im Falle eines Schuldspruchs heraus schlägt. Nach Sympathien oder Einfluss wird aber nicht entschieden. Auch mit einem wahren Ekel von Anwalt kann man einen Prozess gewinnen, doch wenn die Schuldfrage nicht zu klären ist, hilft einem ein sympathischer Advokat sicher ein wenig. Schließlich sind wir alle nur Menschen.

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